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Ihre Leasing Güter wurden beschlagnahmt – was nun?


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Bitte Kontaktieren Sie uns telefonisch oder über unser Kontaktformular, geben Sie bitte Ihr Aktenzeichen an damit wir Ihr Anliegen schnellst möglich bearbeiten können.


Bitte bedenken Sie, dass bei beschlagnahmten Leasinggütern das Eigentum Vorbehaltlich bei der Leasinggesellschaft oder dem Flottenmanagement liegt und wir in dessen Interesse agieren!


Wir müssen Sie darauf hinweisen, dass unsere Mitarbeiter und auch wir eine beschlagnahmung nur nach begleichung aller Offenen Forderungen direkt bei unseren Mitarbeitern aufschieben können. Auch wenn Sie die offene Schuld begleichen müssen Sie  nach §1333ABGB die Intervention unserer Betrieblichkeit in voller Höhe begleichen.


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SCHULDNERBERATUNG

Sie benötigen Hilfe? Wir helfen gerne Kontaktieren Sie uns noch heute für einen Termin bei unserer kostenlosen Schuldnerberatung.

Arbeitslos was nun?

Wenn Sie Schulden haben und aufgrund Ihrer Arbeitslosigkeit Schwierigkeiten mit Ihren Zahlungen erwarten, beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Laufende Kosten, wie Miete, Strom/Gas, Heizung und Alimente haben immer Vorrang vor anderen Ratenzahlungen. Erst wenn Sie diese Kosten abgedeckt haben, sollten Sie Raten für Ihre Schulden bei Banken, Versandhäusern usw. zahlen.

  • Polizei- und Magistratsstrafen: Wenn Sie diese nicht bezahlen, kann eine Freiheitsstrafe verhängt werden. Das Bezahlen dieser Strafen kommt daher immer vor Ratenzahlungen für andere Schulden.

  • Alimente: Da Ihr Einkommen aufgrund der Arbeitslosigkeit nun niedriger ist, können Sie versuchen, allfällige Alimente herabsetzen zu lassen. Ein Herabsetzungsantrag ist beim zuständigen Amt für Jugend und Familie bzw. beim Bezirksgericht zu stellen.

  • Keine neuen Schulden machen! Sie könnten dafür wegen Betruges angezeigt werden. Für das Nichtbezahlen von bestehenden ("alten") Schulden, können Sie hingegen nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden - es kann jedoch zu Pfändungen kommen.

  • Informieren Sie die Bank! Ist Ihr Konto überzogen, kann die Bank jederzeit verlangen, dass Sie den gesamten offenen Betrag sofort einzahlen. Wenn Ihnen das nicht möglich ist, darf die Bank alle Eingänge (z.B. Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe) einbehalten, auch wenn diese unpfändbar sind. Die Bank ist dann nicht mehr verpflichtet, von diesem Konto Geld an Sie auszuzahlen und Daueraufträge durchzuführen. Um dies zu vermeiden, informieren Sie Ihre Bank über Ihre Situation.

  • Aufstellung Ihrer Einnahmen und Ausgaben: Stellen Sie Ihre Einnahmen (Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe usw.) und Ausgaben (Wohnung, Lebensmittel, ev. Alimente usw.) gegenüber und überprüfen Sie, wie viel Geld Ihnen monatlich für die Rückzahlung von Schulden zur Verfügung steht.

  • Informieren Sie Ihre Gläubiger (Bank, Versandhaus usw.) über Ihre Arbeitslosigkeit!
    Wenn Ihnen Geld zur Schuldenrückzahlung übrig bleibt, vereinbaren Sie mit Ihren Gläubigern neue, niedrigere Raten, die für Sie leistbar und regelmäßig bezahlbar sind. Wenn Sie gar nichts mehr an Ihre Gläubiger zahlen können, so teilen Sie dies den Gläubigern mit und ersuchen Sie um Stundung . Bei einer Stundung erklärt sich der Gläubiger damit einverstanden, dass Sie einige Monate keine Raten bezahlen. Wichtig ist, dass Sie vor Ablauf der vereinbarten Frist wieder mit dem Gläubiger Kontakt aufnehmen und eine neue Vereinbarung treffen.

  • Keine Bürgschaften! Lassen Sie keinesfalls Verwandte oder Bekannte, Bürgschaften für Ihre Schulden unterschreiben, auch wenn die Bank oder das Versandhaus das von Ihnen verlangt!

Erste Schritte


  • Haben Sie Ihre Haushaltskosten im Griff?
  • Werden Miete, Strom/Gas, die Alimente regelmäßig bezahlt?
  • Sind alle Polizei- oder Verwaltungsstrafen erledigt?

Wenn die Antwort auf nur eine dieser Fragen "nein" lautet, dann ab zur Seite über die gefährlichen Schulden.


Abgesicherte Existenz

Sobald Ihre Existenz soweit abgesichert ist, dass Sie nicht damit rechnen müssen, Ihre Wohnung zu verlieren, Ihnen die Heizung bzw. der Strom abgedreht wird oder Sie von der Polizei zum Ersatzarrest abgeholt werden, können Sie die ersten Schritte in Richtung Schuldenregulierung setzten.

Wissen ist Macht

Schulden bekommen Sie nur dann in den Griff, wenn Sie wissen, wo Sie Schulden haben, und Sie genau wissen, wie viel Sie insgesamt an Raten zahlen können.

Haushaltsplan

Wenn man am Ende des Monats eigentlich nicht weiß, wohin das Geld gekommen ist, das man zu Beginn des Monats hatte, dann ist es sinnvoll einen Haushaltsplan zu erstellen. Das heißt: Sie schreiben sich alle Ausgaben genau auf, um am Ende des Monats zu sehen, ob noch Geld eingespart werden kann und bei welchen Ausgaben das möglich ist.

Einnahmen erhöhen

Haben Sie alle Möglichkeiten ausgeschöpft, Ihr Einkommen zu erhöhen?

  • Gibt es z.B. noch Beihilfen, auf die Sie Anspruch hätten, die Sie aber noch nicht beantragt haben?
  • Sie sind aktuell arbeitslos und brauchen einen Arbeitsplatz? Studieren Sie die Stellenanzeigen in den Zeitungen. Nehmen Sie jede Unterstützung, die Ihnen vom Arbeitsmarktservice bei der Arbeitsplatzsuche angeboten wird, an.
  • Nutzen Sie bereits die Möglichkeit, Ihr Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe durch eine geringfügige Beschäftigung aufzubessern? Sie können bis zu € 29,70 täglich oder € 386,80 monatlich (Stand 2013) mit einer geringfügigen Beschäftigung zum Arbeitslosengeld oder der Notstandshilfe dazuverdienen.

Klage und Exekution

Fälligstellung

Bevor ein Gläubiger zu Gericht gehen kann, um seine Forderung zu klagen, muss erst Terminverlust eintreten. Bei einem Kredit z.B. tritt Terminverlust dann ein, wenn die Ratenzahlung nicht, wie vereinbart, eingehalten wurde. Ist das der Fall, so wird der Kredit "fällig gestellt". Der Schuldner wird aufgefordert, den gesamten offenen Betrag innerhalb einer bestimmten Frist, meist 14 Tage, zu begleichen. Dass der Gläubiger plötzlich den gesamten offenen Betrag haben will, obwohl nicht einmal die Raten bezahlt werden können, mag lächerlich wirken, doch ist dies die Voraussetzung dafür, dass der Gläubiger seine Forderung gerichtlich klagen kann.

Nach der Fälligstellung wird die Forderung vom Gläubiger meist entweder einem Inkassobüro zur Eintreibung oder einem Rechtsanwalt zur Klage übergeben. Der Gläubiger kann die Klage aber auch selbst betreiben.

In jedem Stadium, ob vor, während oder nach der Klage, kann mit dem Gläubiger, Inkassobüro oder auch Rechtsanwalt versucht werden, eine Ratenvereinbarung zu schließen. Dabei sollten jedoch nur solche Vereinbarungen geschlossen werden, die auch wirklich eingehalten werden können. Keine Ratenvereinbarungen, wenn dadurch wichtige Lebenskosten wie Miete, Strom/Gas etc. gefährdet sind! Stimmt der Gläubiger einer Ratenvereinbarung nicht zu und ist es möglich Zahlungen zu leisten, so können diese Zahlungen natürlich auch ohne Ratenvereinbarung an den Gläubiger überwiesen werden. Kein Gläubiger wird die einmal einbezahlten Beträge wieder zurückschicken

 

Inkassobüros

Inkassobüros betreiben ausstehende Forderungen mit den unterschiedlichsten Mitteln. Einige begnügen sich damit, den Schuldner schriftlich aufzufordern, seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen, andere wiederum statten Hausbesuche ab oder "besuchen" den Schuldner auch an seiner Arbeitsstelle. Grundsätzlich haben Inkassanten aber keine besonderen Befugnisse.

Vorsicht ist beim Abschluss von Ratenvereinbarungen besonders anlässlich von Hausbesuchen geboten. Solche Vereinbarungen beinhalten oft sehr ungünstige und unangenehme Klauseln wie z.B. Forderungsanerkenntnisse oder auch Haftungsbeitritte.

Für die von den Inkassobüros verrechneten Kosten wie z.B. Evidenzhaltungsgebühren oder Mahnspesen haften Sie nur dann, wenn das Inkassobüro nachweisen kann, dass die angefallenen Kosten der zweckentsprechenden Rechtsverfolgung gedient haben.

Gläubiger dürfen auch dann ein Inkassobüro mit der Eintreibung beauftragen, wenn dies nicht vorab zwischen Schuldner und Gläubiger vereinbart wurde.

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Exekutionstitel

Damit der Gläubiger seine Forderung gerichtlich eintreiben und Exekution gegen den Schuldner führen kann, braucht er einen Exekutionstitel. Ein solcher Titel kann z.B. das Urteil bzw. der Vergleich eines Gerichtes, ein Bescheid einer Behörde oder auch ein vollstreckbarer Notariatsakt sein.


Zahlungsbefehl

Bei der gerichtlichen Klage kommt es, abhängig von der Forderungshöhe, entweder zu einem Zahlungsbefehl oder zu einer Mahnklage. Beim Zahlungsbefehl werden sie vom Gericht aufgefordert, die vom Gläubiger genannte Forderung zu zahlen. Das Gericht prüft dabei nicht, ob die Forderung zu Recht besteht.

Besteht die Forderung nicht zu Recht, muss innerhalb von 4 Wochen ein Einspruch erhoben werden. Es ist deswegen jedem Zahlungsbefehl auch ein Formular für den Einspruch beigelegt. Ein Einspruch ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Forderung wirklich nicht zu Recht besteht. Ansonsten verursacht der Einspruch nur unnötige Kosten, für die wiederum der Schuldner haftet. Stimmt nur die Höhe der Forderung nicht, so sollte beim Einspruch auch angegeben werden, bis zu welcher Höhe die Forderung anerkannt wird.

Wird kein Einspruch gemacht oder zu spät eingebracht, so wird der Zahlungsbefehl rechtskräftig, der Gläubiger hat nun einen Exekutionstitel mit dem er gegen den Schuldner Exekution führen kann.


Mahnklage

Bei der vom Gläubiger eingebrachten Mahnklage überprüft das Gericht wiederum nicht die Rechtmäßigkeit der Forderung, sondern informiert den Schuldner nur über die eingebrachte Mahnklage und fordert ihn als ersten Schritt zu einer Klagebeantwortung auf. Kommt der Schuldner dem Auftrag zur Klagebeantwortung nach, so wird das Gericht eine Gerichtsverhandlung ansetzen, in der der Kläger und der Beklagten Ihre Sache darlegen können.

Bei diesem Verfahren muss sowohl der Kläger als auch der Beklagte von einem Rechtsanwalt vertreten sein. Kann sich eine Partei keinen Rechtsanwalt leisten, so hat sie Anspruch auf Verfahrenshilfe, d.h., es wird ein Rechtsanwalt vom Gericht beigestellt.

Besteht die Forderung des Klägers zu Recht, empfiehlt es sich, der Klagebeantwortung nicht nachzukommen um zusätzliche Kosten zu vermeiden. Dadurch kommt es dann auf Antrag des Klägers zu einem Versäumnisurteil.

Wird der Klagebeantwortung nachgekommen, wird das Gericht, sofern die Klage nicht zurückgezogen wird, nach der entsprechenden Beweiswürdigung ein Urteil fällen oder die Parteien schließen einen Vergleich.

Das (Versäumnis)Urteil oder Vergleich stellt wiederum ein Exekutionstitel dar, mit dem der Gläubiger Exekution führen kann.


Weitere Informationen zum Mahnverfahren

Lohnpfändung


Voraussetzung

Voraussetzung für eine Gehaltspfändung ist, dass ein betreibender Gläubiger einen Antrag beim Bezirksgericht auf Gehaltspfändung gestellt hat. Dieser Antrag wird vom Gericht bewilligt, ohne zu überprüfen, ob es einen Exekutionstitel gibt. Der oder die Schuldnerin wird deshalb vom Gericht informiert, wenn ein Antrag auf Gehaltspfändung bewilligt wurde.

Was ist pfändbar?

Pfändbar ist jeder Bezug, der Einkommens- oder Einkommensersatzfunktion hat. Dazu zählen das Gehalt, der Lohn, das Arbeitslosengeld, die Notstandshilfe etc.. Nicht pfändbar sind alle Arten von Beihilfen wie Familienbeihilfe, Wohnbeihilfe etc.. Aufwandsentschädigungen, die im Bezug enthalten sind und für einen wirklichen Aufwand ausbezahlt werden, wie z.B. Tagesdiäten, sind nicht pfändbar und werden nicht berücksichtigt. Andere Aufwandsentschädigungen wie z.B. Gefahrenzulage oder Schmutzzulage müssen jedoch berücksichtigt werden.

Ablauf

Sobald nun der Antrag bewilligt wurde, wird der Dienstgeber vom Gericht aufgefordert, eine Drittschuldneräußerung abzugeben und den pfändbaren Teil des Einkommens des Schuldners oder der Schuldnerin an den betreibenden Gläubiger zu überweisen.

Rangfolge

Betreiben mehrere Gläubiger gleichzeitig die Gehaltspfändung, so bekommt nur jener Gläubiger etwas, der die Pfändung zuerst beantragt hat. Erst wenn dieser die Pfändung einstellt, rückt der nächste Gläubiger nach. Der Dienstgeber muss also eine Rangliste führen und protokollieren, in welcher Reihenfolge die Gläubiger dran kommen. Eine Ausnahme ist der Unterhaltsgläubiger, der die "normale" Pfändungsgrenze um 25% unterschreiten darf. Der Unterhaltsgläubiger bekommt daher auch dann etwas, wenn er nicht den ersten Rang besetzt.

Existenzminimum

Die Höhe des pfändbaren bzw. unpfändbaren Einkommens und somit des Existenzminimums hängt nun vom Nettobezug, der Anzahl der Unterhaltspflichten sowie davon ab, ob das Einkommen 12 oder 14 mal pro Jahr ausbezahlt wird. 14 mal wird das Einkommen dann ausbezahlt, wenn man unselbstständig beschäftigt ist und Weihnachts- bzw. Urlaubsgeld (=Sonderzahlungen) bekommt. Das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe dagegen wird nur 12 mal jährlich ausbezahlt.

Sonderzahlungen

Das Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld ist übrigens genauso zu behandeln wie ein monatliches Einkommen. Für die Pfändungsberechnung darf es in dem Monat, in dem es ausbezahlt wird, nicht zum Monatseinkommen dazugerechnet werden. Es muss gesondert berechnet werden, wie hoch der pfändbare Teil des 13. oder 14. ist.

Gerichtsvollzieher

Wer ist der Gerichtsvollzieher?

Der Gerichtsvollzieher bzw. Exekutor oder auch Vollzugsbeamter ist ein Gerichtsbediensteter mit der Aufgabe, festzustellen, ob ein beklagter Schuldner über pfändbare Fahrnisse (bewegliche Gegenstände) verfügt. Daneben haben auch die Finanzämter eigene Vollzugsabteilungen, mit Vollzugsbeamten.

Die Hauptaufgabe des Gerichtsvollziehers liegt darin, Zahlung zu verlangen und (Teil)Zahlungen zu kassieren. Wenn das nicht möglich ist, wird ein sog. Pfändungsprotokoll erstellt, in dem alle pfändbaren Fahrnisse des Schuldners aufgeführt werden.

Dem Gerichtsvollzieher ist unbedingt Einlass in die Wohnung zu gewähren, dabei ist er allerdings verpflichtet sich auszuweisen. Im Extremfall kann der Gerichtsvollzieher die Polizei und einen Schlosser heranziehen und sich gewaltsam Zugang zur Wohnung verschaffen. Dies jedoch erst, wenn er zuvor zu unterschiedlichen Zeiten versucht hat, jemanden anzutreffen.

Es ist wichtig zwischen dem Gerichtsvollzieher und Mitarbeitern von Inkassobüros zu unterscheiden. Zweitere brauchen nicht in die Wohnung eingelassen zu werden.


Wie läuft eine Fahrnisexekution ab?

Wenn ein Gläubiger einen rechtskräftigen Titel gegen einen Schuldner hat, kann er bei Gericht die Durchführung der Fahrnisexekution beantragen.
Das Gericht beauftragt dann den Gerichtsvollzieher, (Teil)Zahlungen zu kassieren. Können keine Zahlungen geleistet werden, wird überprüft, ob der Schuldner über pfändbare Gegenstände verfügt. Diese werden vom Gerichtsvollzieher in einem Pfändungsprotokoll festgehalten.
Abschließend wird vom Gericht ein Versteigerungstermin bestimmt. Der Erlös kommt den pfändungsführenden Gläubigern zugute.


Welche Gegenstände sind pfändbar?

Entsprechend dem Gesetzeswortlaut  müssen dem Schuldner all die Gegenstände verbleiben, die zu einer bescheidenen Lebensführung unentbehrlich sind. Wie diese Maxime im Einzelfall auszulegen ist, ist Aufgabe des Gerichtsvollziehers. Allerdings bestehen bestimmte Grundregeln.

Unpfändbar sind:

  • Unverzichtbare Gebrauchsgegenstände (Bett, Kasten, Tisch und Stühle, Kücheneinrichtung, Kühlschrank, Waschmaschine)
  • Einfache Kleidung
  • Für die Berufsausübung erforderliche Gegenstände
  • Höchstpersönliche Gegenstände wie Ehering, Fotos
  • Gegenstände mit geringem Versteigerungswert, die jedoch hohe Transportkosten verursachen würden
  • Bücher, die der Ausbildung dienen

Sollten unverzichtbare Gegenstände gepfändet werden, können Sie beim Exekutionsgericht einen Antrag auf weitere Überlassung der gepfändeten Gegenstände stellen.


Kann fremdes Eigentum gepfändet werden?

Grundsätzlich nicht, ABER...

  1. Der Gerichtsvollzieher ist nicht verpflichtet und nicht befugt, vor Ort die bestehenden Eigentumsverhältnisse zu klären. Er kann alle pfändbaren Gegenstände, die im Verfügungsbereich des Schuldners sind, in das Pfändungsprotokoll aufnehmen.
    Somit könnte auch Eigentum von Mitbewohnern oder Eigentum von Freunden bzw. Verwandten, das dem Schuldner zur Verfügung gestellt wird, gepfändet werden.
  2. Die Eigentümer müssen sich selbst darum kümmern, wenn ihre Gegenstände aus dem Pfändungsprotokoll gestrichen werden sollen.
    Dazu müssen sie zunächst Kontakt mit dem Anwalt der pfändungsführenden Gläubiger aufnehmen und diese auffordern, die betreffenden Gegenstände aus dem Pfändungsprotokoll streichen zu lassen.
    Weigert sich der Anwalt, muss der Eigentümer eine sog. Exszindierungsklage beim zuständigen Bezirksgericht einreichen. In diesem Verfahren entscheidet der Richter über die Eigentumsverhältnisse. Nach freier Beweiswürdigung stellt er fest, wem die gepfändeten Gegenstände nun zuzuschreiben sind. Gelangt er zur Erkenntnis, dass die Gegenstände nicht dem Schuldner gehören, so werden sie aus dem Pfändungsprotokoll gestrichen. Die Kosten des Exszindierungsverfahrens hat dann der Rechtsanwalt zu tragen, der die Pfändung nicht eingestellt hat.
  3. Der eigentliche Eigentümer muß über geeignete Beweismittel verfügen. Am geeignetsten sind Handelsrechnungen, auf denen der Name des Käufers bzw. Eigentümers aufscheint. Aufgrund der freien Beweiswürdigung des Gerichtes darüber, was als Beweis angesehen wird oder nicht, sollte alles, was einer Wahrheitsfindung dienlich sein kann, angeführt werden. Dazu gehören besonders Urkunden, (notariell) beglaubigte Verträge und ähnliches.

Inkassobüros

Der Ersatz der Inkassokosten wurde mit dem Zinsrechtsänderungsgesetz (ZinsRÄG, BGBl 2002/118), das am 1.8.2002 in Kraft getreten ist, neu geregelt.

 

Schadenersatz

Werden Forderungen nicht fristgerecht bezahlt und ist ein Gläubiger auf Betreibungs- und Einbringungsmaßnahmen angewiesen, so kann er den Schaden, der ihm durch den schuldhaften Zahlungsverzug entsteht, gegenüber dem Schuldner geltend machen


Schuldhafter Zahlungsverzug

Ein schuldhafter Zahlungsverzug liegt dann vor, wenn eine fällige Forderung nicht fristgerecht zur Gänze bezahlt wird. 

Eine Rechnung ist bereits dann fällig, wenn sie ausgestellt wird. Es ist nicht notwendig, dass eine Forderung, bevor sie einem Inkassobüro übergeben oder gerichtlich geklagt wird, gemahnt werden muss.

Damit jedoch eine Forderung aus einem Ratengeschäft (z.B. Kredit) einem Inkassobüro zur Eintreibung übergeben oder gerichtlich geklagt werden kann, muss die Forderung zuerst fällig gestellt werden.


Einschaltung eines Inkassobüros

Es braucht keine vorhergehende Vereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger, damit der Gläubiger bei Zahlungsverzug des Schuldners ein Inkassobüro einschalten darf


Inkassokosten

Die zulässigen Höchstsätze für Inkassokosten sind in der Inkassogebührenverordnung (BGBl. Nr. 141/1996) geregelt.
Inkassokosten dürfen jedoch nur dann verrechnet werden, wenn die den Kosten zugrunde liegenden Aktivitäten des Inkassobüros notwendig und zweckentsprechend für die Eintreibung sind sowie in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung stehen.


Ungerechtfertigte Inkassokosten

Alle Inkassokosten, die durch unzweckmäßige und unnötige Interventionsschritte durch das Inkassobüro verursacht werden, sind ungerechtfertigte Inkassokosten, gegen die sich der Schuldner wehren kann.
Dazu zählen insbesonders laufende Mahnschreiben des Inkassobüros. Leistet der Schuldner auch trotz dreier Mahnschreiben nichts, kann davon ausgegangen werden, dass auch weitere Mahnschreiben nichts zur Einbringung der Forderung beitragen. Weitere Mahnschreiben sind deshalb sicher weder zweckmäßig noch notwendig. Der Schuldner kann deshalb nicht zur Zahlung solcher Kosten verpflichtet werden.

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Tipps im Umgang mit Inkassobüros

  • Wenn eine Forderung bei Fälligkeit nicht bezahlt werden kann, so sollte der Gläubiger bzw. das Inkassobüro sofort darüber verständigt werden. Dabei sollten auch die Gründe angeführt werden, warum Zahlungsunfähigkeit nachträglich eingetreten ist. Gründe dafür können z.B. Arbeitsplatzverlust,  Krankheit Unfall, etc. sein. (Achtung: Wer bereits bei Vertragsabschluss weiß oder wissen müsste, dass er den Preis oder die Rate nicht zahlen kann, muss mit einer Betrugsanzeige rechnen.)
  • Gläubiger bzw. Inkassobüros sollten immer nachweislich (z.B. mit eingeschriebenem Brief) über geänderte Wohnadressen sowie Einkommensverhältnisse informiert werden. Ändert sich die Wohnadresse ohne dass dies bekannt gegeben wird, so werden durch Anschriftenerhebungen zusätzliche Kosten verursacht.
  • Grundsatz: "Bevor mir ein Inkassobüro einen Brief schreibt, dessen Kosten ich zu zahlen habe, schreibe lieber ich einen Brief an das Inkassobüro." Wenn das Inkassobüro laufend über die aktuelle Wohnadresse, Vermögens- und Einkommenslage informiert wird, können keine weiteren Kosten für Mahnschreiben, Anschriftenerhebungen, Ermittlung der Einkommens- und Vermögenslage etc. anfallen.
  • Alle Angaben in Informationsschreiben an die Gläubiger bzw. Inkassobüros mit Nachweisen (Kopie des Lohnzettels, Krankenstandsbestätigung etc.) belegen.
  • Keine Schreiben von Inkassobüros unterschreiben oder von Bekannten/Verwandten unterschreiben lassen. Solche Schreiben beinhalten meist zusätzliche Schuldanerkenntnisse. Wenn es möglich ist, Teilzahlungen zu leisten, so können diese Zahlungen auch ohne Ratenvereinbarung geleistet werden. Wichtig ist nicht, dass es eine Ratenvereinbarung gibt, sondern dass regelmäßige Zahlungen geleistet werden.
  • Immer genaue Aufzeichnungen über die geleisteten Zahlungen führen.
  • Werden ungerechtfertigte Kosten verlangt, so sollte die Zahlung nach Bezahlung des offenen Kapitals und der gerechtfertigten Kosten eingestellt und das Inkassobüro schriftlich dazu aufgefordert werden, seine (ungerechtfertigten) Kosten gerichtlich geltend zu machen.

Vorraussetzung

  • Freiwilligkeit
  • Ausschlaggebend sind Motivation und Mitarbeit der verschuldeten Person.
  • Die Schuldnerberatung gewährt keine finanzielle Unterstützung, vermittelt keine Kredite und übernimmt auch keine Bürgschaften.
  • Sie ist seriöser Partner für Schuldner und Gläubiger, sie ist zu Fairness und Verschwiegenheit verpflichtet.
  • Es müssen sowohl alle Schulden als auch das gesamte Einkommen und alle Ausgaben offengelegt werden.
  • Verlässlichkeit bei Terminen und sonstigen Vereinbarungen sind unabdingbar.
  • Lösungswege werden gemeinsam erarbeitet, bei mangelnder Mitarbeit kann die Beratungsstelle das Beratungsverhältnis abbrechen.
  • Angestrebt werden möglichst umfassende und dauerhafte Gesamtlösungen.

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